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Geschichte

Die Gemeinde Brandscheid gehörte zum Niederlahngau, dem Herrschaftsgebiet der nassauischen Grafen. Sie ist erstmals als „Forstgut Branscheid“ im Jahre 1334 erwähnt.

 

Der daraus entstandene Hof Brandscheid ist der Ursprung der Gemeinde.

 

Der „Geisenwald“ oberhalb der Ortsgemeinde ist bereits 1270 in einem Rechtsstreit zwischen Diether von Molsberg und Graf Gerhard von Diez erwähnt. Die Grafen zu Molsberg haben ihre Rechte bis heute im Waldgebiet des Geisenwaldes behauptet und sind einer der fünf Eigentümer des Forstgutes. (Graf von Walderdorff Gem. Brandscheid, Härtlingen, Kaden und Sainscheid) Die Mühle auf der Elb ist als „Hinder Brandscheid Moel“ bereits 1525 in einem Saalbuch der Grafschaft Diez genannt. Mit den Diezer Verträgen kam der Ort Brandscheid 1564 an das Kurfürstentum Trier und so zum „Trierschland“. 1815 fiel Brandscheid an das neu gebildete Herzogtum Nassau und gehörte ab 1886 in Preußen zur Provinz Hessen und Nassau.

 

Heute ist Brandscheid Teil der Verbandsgemeinde Westerburg. Der Löwe das Wappentier der nassauischen und auch der molsberger Grafen, ist im Ortswappen in den molsberger Wappenfarben dargestellt. Rot und Silber sind aber auch Farben des Kurfürstentums Trier, zu dessen Herrschaftsgebiet Brandscheid lange Zeit gehörte. Das goldene Mühleisen steht symbolisch für die Mühle auf der Elb. Das Forstgut Brandscheid wird im Ortswappen durch den grünen Eichenzweig mit drei Blättern und zwei Eicheln dokumentiert und seine 5 Symbole stehen für die 5 Eigentümer des Brandscheider Waldes. Die unterhalb des Waldes bestehende, in jüngster Zeit gefasste Quelle hat eine hervorragende Wasserqualität und speist zurzeit ein Wassertretbecken. Für die Quelle steht im Ortswappen der von Gold und Blau geteilte, schräglinks steigende Wellenkeil.

 

Auf einer Höhe von ca. 420m über NN liegt die Gemeinde am sonnigen Südhang des 496m hohen „Oberhahn“, unmittelbar am im Jahre 2008 neu begründeten Westerwaldsteigs. 

 

Mit ihren rund 500 Einwohnern gehört die Ortsgemeinde Brandscheid damit zu den kleineren Gemeinden der Verbandsgemeinde Westerburg. Unterhalb des Ortes befindet sich ein kleines Gewerbegebiet mit verschiedenen Handwerks- und Handelsbetrieben.

 

Ältester Verein ist die 1958 gegründete Freiwillige Feuerwehr. 

 

Der Spielmannszug Brandscheid, der 2018 sein 50-jähriges Vereinsjubiläum feierte, ist weit über die Orts- und Verbandsgemeindegrenzen hin bekannt und häufig bei Zapfenstreichen und Karnevalsumzügen zu sehen und zu hören. Ergänzt wird das Vereinsleben durch den Damengymnastikverein, die Feuerwehrsportgruppe und die Blechbläser. Jährliche Kirmesfeste, Adventsständchen und monatliche Treffen der Senioren runden das Vereinsleben ab. 

 

Bemerkenswert ist noch das älteste Gebäude des Ortes, dass im Jahre 1672 erbaute sogenannte „Adam und Eva Haus“. Für kneippsche Anwendungen gibt es eine Wassertretanlage mit Spielplatz am Ende des Mühlenweges. Oberhalb der Bebauung liegt am Waldrand die Grillhütte der Freiwilligen Feuerwehr. Von hier hat man bei guter Fernsicht einen Blick bis zum Feldberg im Taunus.